AMBULANTE
THROMBOSETHERAPIE
Sie haben eine tiefe Beinvenenthrombose erlitten. Hier besteht die Möglichkeit der Durchführung einer ambulanten Therapie. Entscheidend ist eine konsequente Kompression des betroffenen Beines und ein sofortiger Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten. Bereits in der Praxis wurde Ihnen ein Kompressionsstrumpf oder eine elastische Wickelung angelegt. Diese sollten 2-3 Tage belassen werden. Dann dürfen Sie den Strumpf/die Binden abnehmen, duschen und durch die zwischenzeitlich rezeptierten Kompressionsstrümpfe ersetzen. Sollten Sie die Strümpfe noch nicht erhalten haben, müsste weiter gewickelt werden. Prinzipiell sollte in der Anfangsphase, in der Ihr Bein noch geschwollen ist, die Kompression möglichst Tag und Nacht beibehalten werden, wobei hygienische Maßnahmen (duschen) natürlich möglich sind. Nach Abschwellen des Beines muss der Kompressionsstrumpf nur noch tagsüber getragen werden. Meist ist ein Kniestrumpf ausreichend. Sie sollen und dürfen trotz der Thrombose laufen und sich bewegen!! Längeres Sitzen und Stehen ist ungünstig. Nachts sollte das Bein etwas (Kissen) hochgelagert werden! Da es kein Medikament zum Schlucken gibt, das zu einer sofortigen Blutverdünnung führt, ist es erforderlich, dass Sie vorerst zweimal täglich (bei manchen Medikamenten einmal täglich) eine gewichtsadaptierte Thrombosespritze in die Bauchdecke oder in den Oberschenkel erhalten. Dies kann durch Sie oder ihre Angehörigen erfolgen. Es ist anfänglich notwendig, dass gelegentlich die Anzahl der Blutplättchen kontrolliert wird, da es sehr selten zu Überempfindlichkeit gegen das gespritzte Heparin kommt. Noch in der ersten Woche nach Diagnosestellung kann auf eine Blutverdünnung durch Tabletten übergegangen werden (sog. Marcumar). Sobald die Gerinnung durch das Medikament entsprechend gehemmt ist, können Sie mit den sog. "Bauchspritzen" aufhören. Die Einstellung des Marcumars übernimmt üblicherweise der Hausarzt. Sollte dies nicht möglich sein, nennen wir Ihnen gerne einen Internisten, der die Einstellung übernimmt. Je nach Ursache der Thrombose ist nun eine 6-12-monatige Blutverdünnung erforderlich. Bei wiederholten Thrombosen ist manchmal eine lebenslange Marcumargabe sinnvoll. In jedem Fall muss mindestens 3-4 Jahre der Kniekompressionsstrumpf getragen werden, manchmal lebenslang. Bei jüngeren Menschen (insbesondere Frauen, die noch schwanger werden wollen) ist eine Blutuntersuchung erforderlich. Hier wird festgestellt, ob bei Ihnen eine angeborene Thromboseneigung vorliegt. Diese Messung ist besonders wichtig, da sie über die weitere Thrombosegefahr Aufschluss gibt. Unabhängig vom Untersuchungsergebnis sollten Sie im ersten Jahr in dreimonatigen, später in zwölfmonatigen Abständen eine venöse Blutstromuntersuchung in unserer Praxis durchführen lassen. Manchmal ist es auch notwendig, weitere Untersuchungen (zum Ausschluss einer Bluterkrankung oder bösartigen Erkrankung) durchführen zu lassen, da manchmal Thrombosen das erste Zeichen einer anderen Erkrankung (auch Krebserkrankung) sein können. Zusammenfassend hat die Diagnose "tiefe Beinvenenthrombose" ihren Schrecken weitgehend verloren. Der überwiegende Anteil wird inzwischen rein ambulant behandelt und wir haben bisher keine Zunahme der Thrombose bzw. gar eine Lungenembolie erlebt.
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