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Krampfaderoperationen

Es werden 4 Formen der Varikosis unterschieden:
- Stammvarikosis
- Seitenastvarikosis
- Retikuläre Varikosis
- Besenreiservarikosis


Besenreiservarikosis

Die beiden letzten haben nur kosmetische Bedeutung. Die Stammvarikosis kann
schwerwiegende Komplikationen verursachen, die Seitenastvarikosis nimmt eine Zwischenstellung ein.

Es gibt 2 Stammvenen:
- Vena saphena magna  (vom Innenknöchel an der Innenseite des Beines bis zur Leiste verlaufend)


Krampfaderbildung V. saphena magna am Unterschenkel


- Vena saphena parva (Vom Außenknöchel bis zur Kniekehle verlaufend)

Beides sind oberflächliche Venen, welche in Leiste bzw. Kniekehle ins tiefe Venensystem einmünden. Bei funktionstüchtigen Venenklappen strömt das Blut nur herzwärts. Zwischen dem oberflächlichen Venensystem und dem tiefen System gibt es an mehreren Stellen des Beines noch zusätzliche Verbindungen (Perforanten). Diese sind ebenfalls mit Venenklappen ausgestattet und drainieren das Blut herzwärts.
Krampfadern haben funktionsuntüchtige Klappen, das Blut fließt auch Richtung Fuß, eine vermehrte Blutfülle entsteht. Die Komplikationen reichen von Beinschwellung oder vermehrter Hautverfärbung in der Knöchelregion bis zur Gewebeverhärtung mit Hautzerstörung ("offenes Bein", "Ulcus"). Zudem kommt es gehäuft zu Venenentzündungen bzw. oberflächlichen Venenthrombosen.


Ulcusnarbe am Innnknöchel



Operationsverfahren:

• Klassische Varizenentfernung mittels Schnitt
  ("Crossektomie/Stripping")

Vena saphena magna: Durch einen kleinen Schnitt in der Leiste wird die Einmündung der Krampfader mit ihren Seitenästen in die tiefe Vene dargestellt und die Krampdader kurz vor der Einmündung abgesetzt. Dann wird eine Sonde (Stripper) in die Vene eingeführt und diese bis zu ihrem unteren Insuffizienzpunkt entfernt, d.h. noch gesunde Venenanteile verbleiben.
Vena saphena parva: Hier bis auf Schnitt in der Kniekehle statt Leiste gleiches Vorgehen wie bei der Vena saphena magna.


• Perforansvenendurchtrennung (Perforansdissektion)
Hier wird über zusätzliche Minischnitte die funktionsuntüchtige Perforansvene unterbunden. Dies kann auch endoskopisch erfolgen.


• Seitenastentfernung
Im Bereich von Seitenästen werden zusätzliche Minischnitte gemacht und die Seitenäste gesondert mit kleinem Häkchen herausgezogen.


• Laser-Anwendung
Hierbei werden durch Laserlicht die varikös veränderten Gefäße verödet. Die zu behandelnde Vene wird (bei Vena saphena magna meist in Höhe des Kniegelenkes) wie bei einer Blutabnahme punktiert und ein Katheter eingeführt, durch welchen die Laserfaser in Richtung Leiste vorgeschoben wird. Die exakte Sondenlage wird durch Ultraschall gesichert. Beim Herausziehen wird das Laserlicht abgegeben, die Venenwand schrumpft. Der wesentliche Vorteil dieser Methode liegt in der im Vergleich zum herkömmlichen "Strippen" der Vene geringeren Blutergussbildung und somit geringeren Schmerzen.

Nachbehandlung
Postoperativ ist Arbeitsunfähigkeit für ca. 14 Tage zu erwarten. Zur Vermeidung von Thrombosen ist es ratsam, viel zu laufen. Sie erhalten intraoperativ eine Bauchspritze, weitere medikamentöse Thromboseprophylaxe ist in der Regel nicht notwendig.