Krampfadern

Bei Krampfadern handelt es sich meistens um Zeichen einer angeborenen Venenschwäche. Manchmal kommt auch berufliche Exposition dazu. Früher sprach man von der BMW-Krankheit (Bäcker, Metzger, Wirte). Sicherlich leiden auch Menschen mit anderen Stehberufen (Friseure, Verkäuferinnen etc.) häufig unter Stauungsbeschwerden im Bereich der Beine.

Wir unterscheiden äußere Krampfadern, die sichtbar sind, von inneren Krampfadern, die man nur im Farbultraschall sehen kann.

Es gibt so genannte Stammvarizen (Vena saphena magna/große Rosenvene und Vena saphena parva/kleine Rosenvene) sowie Seitenastvarizen und retikuläre Varizen.

Es werden 4 Formen der Varikosis unterschieden:

Stammvarikosis
Stammvarikosis
  • Stammvarikosis 
  • Seitenastvarikosis 
  • Retikuläre Varikosis 
  • Besenreiservarikosis

Die beiden letzten haben nur kosmetische Bedeutung. Die Stammvarikosis kann
schwerwiegende Komplikationen (offenes Bein, Thrombose, Blutungen) verursachen, die Seitenastvarikosis nimmt eine Zwischenstellung ein.

Ob und wie Ihre Krampfadern behandelt werden müssen, können wir erst nach einer Befragung, einer körperlichen Untersuchung und einer Überprüfung Ihrer Durchblutung durch verschiedene Flussmessungen und mit Farbultraschall entscheiden.

Seitenastvarikosis
Seitenastvarikosis
Retikuläre Varikosis
Retikuläre Varikosis
Besenreiservarikosis
Besenreiservarikosis
Venenentzündung OS
Venenentzündung OS
Ulcusnarbe am Innenknöchel
Ulcusnarbe am Innenknöchel
Stauungsekzem bei Venenleiden
Stauungsekzem bei Venenleiden

Behandlung von Krampfadern (Varizen)

Das Krampfaderleiden ist beim Menschen (aufrechter Gang, erhöhter Venendruck) sehr häufig! Da viele Krampfadern behandelt werden müssen, haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte auch viele unterschiedliche Behandlungsmethoden entwickelt.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Wirkungsweise der unterschiedlichen Methoden kurz erläutern. Sie können dann die von uns empfohlene Therapiemaßnahme besser verstehen.

Klassische Varizenentfernung mittels Schnitt ("Crossektomie/Stripping")

Vena saphena magna: Durch einen kleinen Schnitt in der Leiste wird die Einmündung der Krampfader mit ihren Seitenästen in die tiefe Vene dargestellt und die Krampdader kurz vor der Einmündung abgesetzt. Dann wird eine Sonde (Stripper) in die Vene eingeführt und diese bis zu ihrem unteren Insuffizienzpunkt entfernt, d.h. noch gesunde Venenanteile verbleiben.
Wir führen diesen Eingriff nur noch in Ausnahmefällen durch!

Vena saphena parva: Hier bis auf Schnitt in der Kniekehle statt Leiste gleiches Vorgehen wie bei der Vena saphena magna. Der Eingriff wird bei uns nur noch selten durchgeführt!

Perforansvenendurchtrennung (Perforansdissektion)

Hier wird über zusätzliche Minischnitte die funktionsuntüchtige Perforansvene unterbunden. Dies kann auch endoskopisch erfolgen.

Seitenastentfernung

Im Bereich von Seitenästen werden zusätzliche Minischnitte gemacht und die Seitenäste gesondert mit kleinem Häkchen herausgezogen.

Die drei genannten Eingriffe werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen erstattet. Der Eingriff kann ambulant in einem unserer OP-Zentren oder stationär in unserer Belegklinik (Sana Klinik Nürnberg) stattfinden.

 

Endovenöser Verschluss von Krampfadern (Varizen)

Um dem Patienten größere Schnitte mit Narbenbildung und eine Vollnarkose zu ersparen, wurden in den letzten 15 Jahren so genannte endovenöse Verschlussverfahren entwickelt.

Diese Verfahren zielen darauf ab, die defekten und erweiterten Venen durch Hitze (Laser, Radiowelle) oder durch chemische Substanzen (Klebstoff/Schaumverödung) zu verschließen.

Prinzipiell können die herkömmlichen Verfahren (Crossektomie) auch mit endovenösen Verfahren (Laserbehandlung) kombiniert werden und in einer Sitzung/Narkose erfolgreich durchgeführt werden.

Die Kombination aus Crossektomie (Leistenschnitt) und endovasalem Laserverschluss der Stammvene führen wir als so genannten „Hybrid-Eingriff“ in Kurznarkose durch.

Bei fast allen Krampfaderformen (vorherige Ausmessung mit Ultraschall erforderlich) kann in unserer Praxis ein rein endovasaler Verschluss durchgeführt werden.

Hier kommen folgende Verfahren zur Anwendung:

Verschluss der Krampfader (Varize) durch Applikation von Laserenergie

Verschluß der Vene mit Laserenergie
Verschluß der Vene mit Laserenergie

Die erkrankte Vene wird am Unterschenkel oder Höhe Kniegelenk punktiert. Es wird eine Laserfaser in die Vene eingeführt und die Vene wird beim Zurückziehen der Faser durch Hitze verschlossen. In Einzelfällen kann es bei einer derartigen Laserbehandlung zu bräunlichen Verfärbungen im Bereich der gelaserten Vene und auch manchmal zu nervalen Missempfindungen kommen.

Endovasaler Verschluss durch Radiowellen

Radiowelle - Prinzip
Radiowelle - Prinzip

Hier wird die Vene (wie bei der Lasertechnik) in Höhe Kniegelenk punktiert und eine spezielle Sonde (ähnlich funktionierend wie ein Tauchsieder) in die Vene eingeführt.

Durch eine computergesteuerte, exakt dosierte Abgabe von Wärme (ca. 100°C) wird die Vene innerlich verschlossen und anschließend vom Körper resorbiert. Für die Frauen: "Aus einer Makkaroni machen wir eine Spaghetti." Für die Männer: Wie bei einem Schrumpfschlauch zieht es die Vene zusammen. Auch hier können gelegentlich bräunliche Streifen und sehr selten Missempfindungen durch Irritation von Hautnerven ausgelöst werden. Die Methode wird in Deutschland unter dem Namen „Venus Closure/Venefit“ und als so genannte CELON-Methode durchgeführt und in unserer Praxis von den meisten gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten komplett.

Schaumverödung

Schaumverödung
Schaumverödung

In unserer Praxis führen wir sehr gerne den Verschluss von Krampfadern (Varizen) durch direkte Punktion oder unter Kathetereinsatz mit einem speziellen Verödungsschaum durch.

Der Vorteil des Eingriffs besteht darin, dass weder eine Narkose noch eine örtliche Betäubung erforderlich ist. Das Verödungsmittel kann direkt in die Krampfader (Varize) eingespritzt werden oder über einen speziellen Katheter (so genannte katheter-assistierte Varizensklerosierung/KAVS) erfolgen.

Gelegentlich kommt es nach der Schaumverödung (wie nach jeder Verödung) zu tastbaren Strängen im Bereich der Krampfader (Varize). Dieser Prozess ist jedoch bei der Verödung gewünscht und hat der Verödungstherapie auch ihren Namen (Sklerosierung = Verhärtung) eingebracht.

Diese Verhärtungen bilden sich im Laufe von Monaten in der Regel zuverlässig zurück.

Der Verschluss der Krampfader (Varize) ist natürlich nicht so sicher wie beim Hitzeverschluß durch Laser oder Radiowelle. Es kann jedoch problemlos mehrfach verödet werden. Bei komplettem Misserfolg kann immer noch eine Operation erfolgen.

Die Methode bietet sich insbesondere bei Menschen an, die keine Narkose wünschen oder Nebenerkrankungen (Herz, Marcumar, Lunge etc.) aufweisen, die eine Narkose oder Operation verbieten.

Das Verfahren der Schaumverödung ist deutlich kostengünstiger als die Lasertherapie oder die Radiowellentherapie, da keine teueren Einmalsonden verwendet werden müssen.

Venenklebung

Venenklebung
Venenklebung

Seit wenigen Jahren wird in Deutschland auch die Methode der Venenklebung (VeneaSeal) angeboten. Hier wird über einen Katheter in die Vene ein Klebstoff eingespritzt, der zum Verschluss der Vene führt.

Der Nachteil des Verfahrens besteht darin, dass der Klebstoff sehr teuer ist und dass man noch nicht genau weiß, was mit dem eingebrachten Klebstoff im Laufe der Jahre passiert.

Vorteil: keine Narkose oder Lokalanästhesie notwendig! Nach dem Eingriff muß nicht zwingend komprimiert werden!

Chiva-Methode

Die Chiva-Methode zielt darauf ab, durch gezielte Eingriffe an bestimmten Venensegmenten den Fluss im Bereich der erkrankten Stammvenen wieder zu normalisieren und so die Vene zu erhalten! Die Grundidee des Chiva-Verfahrens ist hervorragend! Nachteile bestehen darin, dass die Methode von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet wird und dass häufig mehrere gezielte Eingriffe am Venensystem notwendig sind. Aufgrund der modernen endovasalen Verfahren ist die Chiva-Methode leider etwas in den Hintergrund getreten. Bei bestimmten Menschen mit Krampfadern (Varizen) hat sie jedoch weiterhin einen herausragenden Stellenwert.

Sie haben nun einen prinzipiellen Überblick über die Behandlungsmethoden bei Krampfadern erhalten. Üblicherweise kombinieren wir mehrere Verfahren in einer operativen Sitzung. Dieses von uns entwickelte Baukastenprinzip ist patentiert unter dem Namen "Smart Vein Repair".

Ob bei Ihnen überhaupt ein Eingriff notwendig ist und auf welche Art und Weise Ihre Krampfadern behandelt werden sollten, kann nur nach einer persönlichen Untersuchung entschieden werden. Hier gilt der Spruch: „Am Telefon – durch Hemd und Hose – keine Diagnose“.

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Dr. med. Peter Heilberger

Dr. med. Peter Heilberger